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Der
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Der Priwall |
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Hier ist alles anders - noch Am besten erkunden Sie den Priwall zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Setzen Sie mit der Autofähre über und biegen Sie gleich nach rechts ab in die Seniorenwohnanlage Rosenhof. (Hier können Sie aber auch mit Ihrer Yacht anlegen und eine Unterkunft buchen.). Früher ging es hier weniger ruhig zu, denn auf diesem Areal war die Schlichting-Werft angesiedelt. Wenn Sie sich immer am Wasser halten, erreichen Sie nach wenigen Minuten den Wanderweg am Ufer der Trave und erblicken den Skandinavienkai aus einer anderen Perspektive. Die Betriebsamkeit des Fährhafens dringt hier nur noch aus der Ferne zu Ihnen. Genießen Sie die Ruhe, die das landeinwärts gelegene Naturschutzgebiet ausstrahlt. |
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Der Trave-Uferweg endet an einer Landspitze, wo sie links abbiegen müssen. Die Pötenitzer Wiek öffnet sich vor Ihnen. Geographisch ist der Priwall eine - teils natürlich, teils von Menschenhand aufgespülte - Halbinsel, die mit der Teilung Deutschlands nach 1945 zur politischen Insel wurde, denn das mecklenburgische Hinterland gehörte nun zur stacheldraht- und minenbewehrten DDR. Der Priwall und das dortige Krankenhaus konnten nur noch mit der Autofähre über Travemünde erreicht und verlassen werden. |
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Investoren mieden die hoffnungslose Randlage des Priwall, und so ging vieles von der Travemünder Entwicklung – teils zum Glück, teils zum Unglück – am Priwall vorüber. Touristisch blieb der Priwall ein Volksbad, fernab der Eitelkeiten auf dem anderen Traveufer, hier siedelten sich Campingplätze und die Jugendfreizeitstätte an. Für Lübecker Bürgerinnen und Bürger war der Strand bis vor wenigen Jahren kurabgabefrei. Am Ufer der Pötenitzer Wiek stoßen Sie dann auf die Seemannschule, die Sie umgehen müssen. Wieder am Ufer der Wiek, kann es Ihnen durchaus passieren, dass Sie in dieser wuchernden Wildnis über den einen oder anderen Betonbrocken stolpern: Zeugen der industriellen Vergangenheit des Priwall. |
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| Seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts erlebte der Priwall seine industrielle und militärische Blütezeit: Er wurde ein weltbekannter „Reichsüberseeflughafen“ mit Verbindungen nach Berlin, Breslau, Leipzig und Frankfurt. 1931 wurde das Luftschiff „Graf Zeppelin“ über dem Priwall gesichtet. 1935 wurde der Komplex „Erprobungsstelle der Luftwaffe/See" und damit militärisches Sperrgebiet. Auch osteuropäische Zwangsarbeiter lebten hier. (Dokumentation dazu unter: http://www.lostplaces.de/index.html?/priwall/) |
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Wenn Sie die mecklenburgische Landesgrenze erreicht haben, stehen Sie an der schmalsten Ausdehnung des Priwall. Nur wenige hundert Meter sind es – über die Mecklenburger Landstraße hinweg – bis zur Ostsee. Hier ist im Sommer der FKK-Strand – mancher DDR-Soldat hat diesen Teil der Grenze mit dem Fernglas besonders gut bewacht – und hier beginnt auch die Siedlung mit den schmucken Sommerhäuschen. Am Dünenstrand entlang oder durch die Siedlung gehen Sie jetzt auf die Travemündung zu, wo Sie im Sommer – natürlich erst nach einem Besuch auf der „Passat“ – mit der Personenfähre wieder auf die andere Traveseite übersetzen können. |
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Wenn Sie die Priwall-Idylle sehen möchten, dann sollten Sie sich beeilen, denn seit der deutschen Vereinigung werden dem Aschenputtel neue Kleider anprobiert, es wird begutachtet, vermessen und taxiert. Mit großer Sicherheit wird an der Travemündung eine „Marina“, ein Feriendorf mit 2000 Betten – so die Entwürfe – entstehen, dem Teile der Dünen und des dahinterliegenden Wäldchens zum Opfer fallen werden. |
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Verwaltungstechnisch gehört der Priwall zum Lübecker Stadtteil Travemünde, aber diese Gleichmacherei ist natürlich mangelnder Sensibilität der Verwaltungshengste geschuldet. Denn: Auf dem Priwall wohnen die „Priwallianer“, und deren Geschichte unterscheidet sich doch von der der „Tramünner“. Schon 1226 kam der Kaiser dem Wunsch der Lübecker nach und schenkte ihnen den „Priwolc“, später „Priwalk“ und dann „Priwall“. Mit Hilfe des Grafen von Holstein widerstand Travemünde den lübschen Nachstellungen – die wollten ja immer nur das eine: die Sicherheit ihrer Handelsschiffe - noch weitere 106 Jahre. |
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Die Lübecker errichteten eine Holzhütte als Warnung für die Mecklenburger, ansonsten tat sich erst mal nicht viel auf dem Priwall. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand allmählich die Sommerhauskolonie. Gelegentlich störten vornehme Damen mit großen Hüten den Volksbadcharakter, denn hinter dem Strand wurde eine Pferderennbahn eröffnet. Sommer-Tipp: jeweils dienstags um 10 Uhr, Treffpunkt am Haupteingang des Aqua Top: Naturkundliche Strandwanderung auf dem Priwall |
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| Links: Jugend-Freizeitstätte Priwall Naturfreundehaus Priwall SeemannsschulePriwall Strandcamping Priwall Rosenhof Seniorenwohnanlagen Reiterhof Travemünde Priwall |
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