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Otto
Timmermann |
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Otto Timmermann |
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„Man kann erzählen, es will nicht enden.“ „Wenn im Frühjahr der Hering in so großen Mengen kam, dass man ihn mit Schüsseln greifen konnte, dann verwandelte sich die Vorderreihe vom Zollamt bis zum Pegelhäuschen in eine große Anlandestelle für den Hering. Er wurde von einer sogenannten Ringwade gefischt, das ist ein großes Netz, so groß wie das Leuchtenfeld am alten Leuchtturm, als es das noch gab. Die Fischer standen mit ihren großen Stiefeln bis zum Bauch in diesem silbrigen Segen. Die Schiffe waren bis zum Rand gefüllt, und es bedurfte vieler Hände, um sie zu leeren.“ So erinnert sich Otto Timmermann. Das Zollamt und das Pegelhäuschen können Sie heute noch besichtigen. Aber können Sie sich auch vorstellen, dass die Heringskisten – erst leer und dann voll – sich bis in die Kronen der Kastenlinden stapelten? |
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| Der „silbrige Segen“, der zum Laichen stromaufwärts in die Travemündung zog, war auch von hervorragender wirtschaftlicher Bedeutung, denn mit ihm kam Travemünde in der Wirtschaftskrise der 20er/30er Jahre des letzten Jahrhunderts recht glimpflich davon. |
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Wichtig ist auch Ottos Großmutter: Die hat ihrem Sohn
viel erzählt, und der hat es wieder seinem Sohn Otto erzählt.
Denn Otto Timmermann könnte ja sonst kaum von der Sturmflut von 1872
erzählen, denn er ist ja, 1916 geboren, „erst“ 86.
Mittendrin im Leben der „Tramünner“ stand Otto Timmermann, denn jahrzehntelang war er Kirchendiener in St. Lorenz. Die Kirche kennt er wie seine Westentasche, und auch drum herum gab’s viel zu erleben, wovon dann zu erzählen war. |
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Zum Beispiel vom „Tramünner Vagelscheeten“; Da müssen Sie nun aufpassen, wenn Sie kein Plattdüütsch können, denn hier handelt es sich eindeutig um das „Travemünder Vogelschießen“ auf dem Leuchtenfeld – „Hüüt ward nich arbeit, hüüt ward fiert!“. Und das Fest dauerte drei Tage lang, bis von dem Vogel auf dem hohen Mast nichts mehr übrig war, und so manche Rauferei gehörte natürlich auch dazu: „Un wie dat so kümmt, toletzt geev’t noch welk an de Snut. |
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Und noch einer ist wichtig für die Geschichten, denn Otto sagt: „Ick glöv, dat ick so woll snacken kann, denn bi dat Plattdüütsche kümmt dat ja nich sogenau op an, denn dat is ja meistens so een eegenortige Saak mit dat 'mir un mich', trotzdem, miene leeven Frünn, vun Harten willkommen!“
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„Dat Snacken“ ist wohl Otto Timmermans Sache, aber weniger das Schreiben auf Hochdeutsch. Das hat dankenswerterweise Wolfgang Prühs erledigt, und so haben die beiden Bücher „Otto Timmermann vertellt“ und „Otto Timmermann erinnert sich“ das Licht der Welt erblickt. Die Geschichten sind zum Teil „op Platt“, zum Teil in Hochdeutsch geschrieben 2002 hat Otto Timmermann „seinen“ Brunnen bekommen. Den wollte er natürlich gar nicht haben, dazu ist er viel zu bescheiden. Aber das ist gut, dass der Brunnen jetzt da ist und daran erinnert, an wie viel sich Otto Timmermann erinnert und was man dabei alles über Travemünde erfahren kann. |
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„Otto Timmermann vertellt“ und „Otto Timmermann erinnert sich“ sind in der „Schriftenreihe des Gemeinnützigen Vereins zu Travemünde“ erschienen. Sie finden die Titel in der Stadtbücherei in der Parkallee 1, beim Gemeinnützigen Verein, Am Godewind 4, und in der Buchhandlung Nitz in der Rose. Die Verkaufserlöse dienen gemeinnützigen Zwecken. |
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