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Travemünde .Aktuell

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Das Brodtener Ufer

Immer wieder neu!

Am nördlichen Ende der Strandpromenade – an der ehemaligen Möwensteinbadeanstalt, wo einst ein Riese namens „Möwes“ die Schiffer mit seinen Steinwürfen drangsalierte – beginnt das bis zu zwanzig Meter hohe Brodtener Ufer, das eindrucksvollste Kliff der schleswig-holsteinischen Ostseeküste.

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80 cm Abbruch pro Jahr

Vor rund 12000 Jahren kam hier das aus Skandinavien stammende Erdreich, das die Gletscher der letzten Eiszeit vor sich hergeschoben hatten, zum Stillstand. Und seit es die Ostsee und die Nordoststürme gibt, wird das Ufer in jedem Winter abgetragen, durchschnittlich um 80 Zentimeter pro Jahr.

Diesen Prozess können auch die Findlinge des Söhrmann-Damms und das gut hundert Jahre alte Wäldchen am Anfang des Steilufers nur verlangsamen, aber nicht verhindern.

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Abbruchkante am Brodtener Ufer

Das Brodtener Ufer und sein höchster Punkt, die Hermannshöhe mit dem gleichnamigen Restaurant, waren schon immer beliebt als Filmkulisse und je älter der Film ist, um so mehr ist noch von der Uferkante zu sehen.

Auf dem rund sechs Kilometer langen Weg auf dem Steilufer bis nach Niendorf haben Sie einen herrlichen Ausblick auf die Ostsee. Wenn Sie wollen, bringt Sie ein Bus stündlich nach Travemünde zurück. Wenn Sie am Strand zurücklaufen, werden Ihnen Ihre Waden einen drei mal so langen Weg bescheinigen, aber es lohnt sich: Das Erdreich gibt auch immer wieder Zeugen der Vergangenheit wie Versteinerungen von Tieren und so genannte Donnerkeile frei. Nehmen Sie mal an einer der Führungen teil, das Brodtener Ufer ist geradezu ein Füllhorn der Erdgeschichte!

Was am Brodtener Ufer als Landverlust zu beklagen ist, gereicht den Badelustigen in Travemünde (und Niendorf) zum Vorteil. Während die größeren Brocken vor dem Ufer im Wasser liegen bleiben - und gelegentlich Bootsunfälle von Ortsunkundigen und/oder Alkoholisierten verursachen - wird der feine Sand am Travemünder Strand abgelagert: An der Mole wird er immer breiter.
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Herumklettern sollten Sie im Brodtener Ufer nicht, denn erstens ist es Landschafts- und Vogelschutzgebiet – die Seeschwalbe trägt mit ihren anderthalb Meter langen Niströhren zum Uferabbruch bei, zweitens ist das nicht ganz ungefährlich und drittens hat der lehmige Boden besonders nach Regenfällen eine enorm anhängliche Beschaffenheit.

Übrigens: Frühaufsteher - und solche, die die Nacht durchgemacht haben, deren Sicht aber nicht allzu getrübt ist - genießen den schönsten Blick aufs Brodtener Ufer: Dann lässt die aufgehende Sonne den gelben Lehmboden leuchten.

Links:
Restaurant und Cafè Hermannshoehe
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