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Travemünde .Aktuell

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Alte Vogtei

Kleinod in der Vorderreihe 6

Dass das rote Backsteingebäude mit den Treppengiebeln gegenüber der Autofähre zum Priwall zu den ältesten und eindrucksvollsten Häusern Travemündes gehört, war gemeinhin bekannt. Aber was da im Zuge von Sanierungs- und Renovierungsarbeiten Anfang 2006 an Schätzen freigelegt wurde, ließ die Herzen von Kunsthistorikern und Denkmalpflegern noch viel höher schlagen.

Die älteste Bauteile des (linksseitigen) Haupthauses stammen nach dem jetzigen Stand der Forschung aus dem späten Mittelalter. So sind Reste gotischen Mauerwerks gefunden worden. Vermutlich nach einem Brand, dem auch die Vogtei teilweise zum Opfer fiel, erfolgte 1551 der Neubau zu einem zweigeschossigen Renaissance-Backsteingiebelhaus, das wahrscheinlich als Wohnhaus genutzt wurde. 1599 erfolgte der Anbau eines seitlichen, kleineren "Audienzhauses mit einem eigenen, kleineren Treppengiebel.

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Alte Vogtei
1773 wurde eine große, ehemals zweiläufige Treppenanlage und die beeindruckende Rokoko-Haustür eingebaut sowie das gesamte Haus umgebaut.

Ehemals war das Gebäude die lübsche Vogtei, der Sitz des Lübecker Stadtvogtes (Stadtherrn) für Travemünde. Zuletzt wurde es über lange Jahre bis 2002 als Polizeirevier genutzt. Eigentümer des Hauses war das Land Schleswig-Holstein, von dem die Alte Vogtei 2005 an privat verkauft wurde. Erst bei den dann beginnenden Renovierungsarbeiten wurden die Decken abgehängt und Renaissancemalereien entdeckt.

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Kassettendecke
Die Malereien und weitere Entdeckungen machen den Gebäudekomplex vergleichbar mit den wichtigsten historischen Häusern der Lübecker Altstadt. Die für Lübeck und ganz Norddeutschland einmalige Renaissance-Kassettendecke zeigt Porträts römischer Kaiser oder anderer Politiker.
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Römischer Kaiser
In einem Feld dieser Decke befindet sich das lübeckische Wappen mit doppelköpfigem Adler sowie der Jahreszahl 1623, ein recht eindeutiger Hinweis auf das Entstehungsjahr der Malereien. Ein vergleichbares Beispiel ist nur noch im Lüneburger Rathaus zu finden.
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Treppenaufgang (Bauzeit)

Wegen des sehr guten Erhaltungszustands gilt diese bemalte Decke als einmaliges und bedeutendes Zeugnis der Innenraumausstattung eines lübeckischen Amts- und Gerichtssaales des frühen 17. Jahrhunderts. Auch im Wohnhaus wurde Verborgenes entdeckt: Im straßenseitigen nördlichen Raum kam eine barocke Deckenbemalung auf einer Kassettierung des späten 17. oder frühen 18. Jahrhunderts zum Vorschein, die umrankte Gesichter und Masken zeigt. Diese Decke verdeckt mit einer weiteren Zwischenschicht eine spätgotische Malerei in leuchtend greller Farbigkeit.

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Auf der Baustelle

Die Bau- und Renovierungstätigkeit wurde durch die Entdeckungen gestoppt. Erst im Januar 2007 wurde die "Alte Vogtei" wieder eröffnet und ist allgemein zugänglich.

Das "Cafè in der Alten Vogtei" lädt zum Verweilen in stimmungsvoller Atmosphäre ein.

Zum weiterlesen:

Forum zur Aten Vogtei:
http://vogtei-travemuende.de
 
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